Kemson ist 20 Jahre alt.
Wenn er über seine Zukunft spricht, tut er das leise – aber mit einer Entschlossenheit, die man nicht überhören kann.
Er lebt im Flüchtlingslager Bidi Bidi im Norden Ugandas. Ein Ort, der für viele nur eine Zahl ist: bis zu 270.000 Menschen, auf 250 km2. Für Kemson ist es sein Zuhause. Seit er als Kind mit seinen Eltern vor dem Bürgerkrieg im Südsudan fliehen musste, kennt er kein anderes Leben mehr.
Kemson hat zwei Brüder und drei Schwestern. Seine Eltern sind Bauern.
Doch die kleine zugeteilte Parzelle Land gibt nicht genug her, um die Familie zu ernähren. Die Rationen an Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms werden immer dürftiger. Deshalb kennen sie die Sorge, ob das Essen für alle reichen wird.
Aufgrund stark gekürzter internationaler Finanzhilfen musste das UN-Welternährungsprogramm die Essensrationen einschränken und nach dem tatsächlichen Bedarf (Vulnerabilität) staffeln.
Kemsons Familie gehört zur „Gruppe 2“. Ca. 82% der Menschen in Bidi Bidi fallen in diese Kategorie.Viele davon sind auf zusätzliche Unterstützung von außen angewiesen.
Kemson gibt aber nicht auf.
Er hat die Grundschule nur bis zur vierten Klasse besuchen können. Geld für mehr gab es nicht. Aber er wollte lernen. Er wollte etwas können.
Als er dann über die Leitung seiner christlichen Gemeinde von der Möglichkeit hörte, über Uganda im Visier eine Ausbildung finanziert zu bekommen, sagte er freudig zu.
Inzwischen hat er seinen Kurs im Haareschneiden an unserer technischen Schule in Moyo abgeschlossen!
Eine einfache Ausbildung, die für ihn aber alles bedeutet. Unter der sehr armen Bevölkerung in Bidi Bidi ist das Angebot eines Barbiers ausreichend; das komplette Spektrum eines Friseurs gehört zum Luxus und den gibt es im Flüchtlingslager nicht.

Kemson hat einen Traum: arbeiten, Geld verdienen, seine Familie unterstützen! Endlich nicht mehr zusehen müssen, wie seine Eltern kämpfen. Endlich selbst helfen können. Er ist Christ – und sein Glaube gibt ihm Kraft. Kraft, jeden Tag weiterzumachen. Kraft, an eine Zukunft zu glauben, die noch nicht sichtbar ist.
Ohne Unterstützung hätte Kemson diese Ausbildung allerdings nicht machen können. Ohne Ausbildung bliebe ihm wahrscheinlich nur das, was er immer kannte: Unsicherheit, Abhängigkeit, Hunger.
Deshalb ist der Aufbau dieser Technischen Schule und die Finanzierung solcher Ausbildungen so wertvoll. Schaut euch gerne die Bildergalerie unten an!
Eure Hilfe schenkt Hoffnung und Würde!
Eine echte Chance, für Kemson und viele andere junge Menschen wie er, ihr Leben – und das ihrer Familien – bleibend zu verändern. Ein herzliches Dankeschön!

Welternährungsprogramm:
Bei der Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms (WFP) gibt es folgende Gruppen:
Gruppe 1: Hochgradig gefährdete Personen (z.B. neu Angekommene oder Haushalte mit chronisch Kranken/Waisen) erhalten 60 % der Standardration.
Gruppe 2: Als moderate oder mäßig gefährdet eingestufte Haushalte erhalten nur etwa 30 Prozent der eigentlich empfohlenen täglichen Standardration.
Gruppe 3: Als "selbstversorgend" eingestufte Flüchtlinge erhalten keine generelle Nahrungsmittelhilfe mehr.